Teheran hält Kommunikationskanäle zu den USA offen – Warnung an Israel bleibt bestehen
Die Verhandlungen über ein endgültiges Kriegsende zwischen Teheran und Washington haben bisher keine entscheidenden Fortschritte erzielt. Kürzlich kursierten Meldungen, wonach der Iran den Kontakt eingestellt habe. Dennoch betont der iranische Außenminister seine Bereitschaft zum Dialog, verbunden mit deutlichen Drohungen.
Nach Angaben des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi sind die Gesprächskanäle zu den USA weiterhin aktiv. Die Nachrichtenagentur Tasnim zitierte Araghtschi gegenüber dem pro-iranischen libanesischen Sender Al-Majadeen mit den Worten: „Die Kommunikation mit den Amerikanern wurde nicht eingestellt.“ Dabei seien Botschaften ausgetauscht worden, die auf die Notwendigkeit hinwiesen, die Aggression gegen Beirut zu beenden. Allerdings wurden im Verhandlungsprozess bislang „keine konkreten Fortschritte“ erzielt.
Eine Rückkehr Teherans an den Verhandlungstisch ist laut Araghtschi an Bedingungen geknüpft: Es müsse die Wahrung der Rechte des iranischen Volkes sichergestellt, der Krieg im Libanon beendet und die Spannungen in der Region reduziert werden.
Anfang der Woche berichtete die dem Revolutionsgarden nahe stehende iranische Nachrichtenagentur Fars, dass seit mehreren Tagen keine Gespräche mehr zwischen Teheran und Washington stattfinden würden. Zuvor hatte bereits die Agentur Tasnim das Ende der indirekten Verhandlungen mit Verweis auf Israels anhaltenden Krieg gegen die pro-iranische Hisbollah im Libanon gemeldet.
In einem Interview mit Al-Majadeen äußerte sich Araghtschi auch zu möglichen israelischen Angriffen auf Ziele in Beirut. Er warnte, dass jeder Angriff Israels auf die libanesische Hauptstadt „ernste Konsequenzen haben und zu einer umfassenden Wiederaufnahme des Krieges führen“ werde. Die Streitkräfte Teherans seien „bereit, Israel anzugreifen“, so Araghtschi laut Tasnim.
Anfang März war der Libanon in den Konflikt mit Iran hineingezogen worden. Trotz einer seit dem 17. April geltenden Waffenruhe greift die von Teheran finanzierte und militärisch sowie politisch unterstützte Hisbollah-Miliz wiederholt Ziele im Norden Israels mit Drohnen und Raketen an. Israel reagiert mit Luftangriffen auf libanesisches Territorium und rückt zudem mit Bodentruppen im Süden des Landes vor.
Israels Verteidigungsminister Israel Katz warnte am Dienstag bei einem erneuten Hisbollah-Beschuss Israels vor Vergeltungsangriffen auf die als Hochburg der Hisbollah geltenden südlichen Vororte Beiruts.