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Warum Putin Schröder will: Kallas lehnt ihn am Verhandlungstisch ab

"Klar" warum Putin ihn will: Kallas will Schröder nicht am Verhandlungstisch sehen

Auf den Moskauer Vorschlag, Gerhard Schröder als Vermittler einzusetzen, reagiert die EU-Außenbeauftragte mit deutlicher Zurückhaltung – besonders vor dem Hintergrund der früheren Verbindungen des Ex-Kanzlers. Kallas betont, Schröder säße dann „auf beiden Seiten des Verhandlungstisches“.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas äußerte sich kritisch zu Putins Idee, den ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder als Friedensvermittler im Krieg mit der Ukraine einzubinden. Aufgrund Schröders Rolle als Lobbyist für russische Staatsunternehmen sei es „offensichtlich“, warum Putin ihn ins Spiel bringe, erklärte Kallas vor dem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel. Schröder würde demnach „auf beiden Seiten des Verhandlungstisches“ Platz nehmen.

Grundsätzlich halte sie es für „wenig ratsam“, Russland die Auswahl eines Vermittlers „in unserem Namen“ zu überlassen, ergänzte Kallas. Die EU-Staaten müssten zunächst gemeinsam klären, welche Themen sie mit Russland besprechen wollen, erläuterte die Außenbeauftragte. Diese Diskussion solle beim Außenministertreffen Ende Mai in Schweden stattfinden.

Putin hatte am Samstag Schröder als seinen bevorzugten europäischen Vermittler für eine Konfliktlösung in der Ukraine genannt. Auf die Frage, wer sein Favorit für die Wiederaufnahme des Dialogs mit Europa sei, antwortete er bei einer Pressekonferenz: „Persönlich ziehe ich den früheren Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Herrn Schröder, vor.“

Der 82-jährige ehemalige SPD-Vorsitzende pflegt eine persönliche Freundschaft zu Putin und war auch nach Beginn des Kriegs für russische Energieunternehmen aktiv. Bereits im März 2022 reiste Schröder nach Moskau, um mit Putin über den Ukraine-Krieg zu sprechen.

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine dauert nunmehr über vier Jahre an und gilt mit Hunderttausenden Todesopfern als der blutigste Konflikt Europas seit dem Zweiten Weltkrieg. Am Samstag trat anlässlich des Jahrestags der deutschen Kapitulation 1945 eine dreitägige Waffenruhe zwischen Ukraine und Russland in Kraft. Dennoch beschuldigten sich beide Seiten gegenseitig, die Feuerpause verletzt zu haben.

Am Donnerstag trafen sich in Florida Vermittler aus Russland und der Ukraine zu neuen Verhandlungen. Die Gespräche über ein Ende des Krieges waren zuvor seit März ausgesetzt. Die USA, die als Vermittler fungiert hatten, konzentrieren sich derzeit auf den Konflikt mit dem Iran. Die Ukraine schlug vor, die Kämpfe entlang der aktuellen Frontlinien einzufrieren.