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Ukraine erreicht offenbar entscheidenden Wendepunkt im Konflikt

Ukraine soll nächster großer Wendepunkt gelungen sein

Die Ukraine scheint durch zunehmende Luftangriffe auf russische Ziele eine stärkere Position in ihrem Verteidigungskampf eingenommen zu haben. Gleichzeitig ist die russische Offensive nahezu zum Stillstand gekommen, und es gibt Hinweise auf verstärkte ukrainische Gegenangriffe.

Nach Angaben von Armeechef Oleksandr Syrskyj führen die ukrainischen Streitkräfte an der Front mehr Offensiv- und Gegenangriffe durch als die russischen Truppen. Dies erklärte er in einem Interview mit dem Portal Militarnyi. Als Grund nannte Syrskyj die „erheblichen Verluste“ auf Seiten der kremlnahen Truppen. Dennoch setzen diese weiterhin 35 bis 40 Angriffe täglich in strategisch wichtigen Regionen um.

Ein möglicher Wandel zugunsten der Ukraine spiegelt sich auch in den täglichen Lageberichten des ukrainischen Generalstabs wider. So wurden am Montag insgesamt 236 Gefechte registriert. Die russischen Angriffe sind dabei in verschiedenen Frontabschnitten mit 115 Einsätzen verzeichnet, darunter allein 40 im besonders umkämpften Gebiet Pokrowsk.

Dies bedeutet, dass die Ukraine möglicherweise für die verbleibenden 121 Gefechte verantwortlich ist – sechs mehr als die russischen Einheiten. In der Vergangenheit meldeten die Kreml-Truppen meist deutlich mehr Angriffe als die ukrainische Seite.

Ein ähnliches Bild zeigte sich bereits am Sonntag, als die ukrainische Armee 234 Gefechte meldete, davon 114 russische Angriffe. Demnach könnten die ukrainischen Streitkräfte für die 120 übrigen Gefechte verantwortlich sein. Die Angaben des Generalstabs lassen sich jedoch nicht unabhängig verifizieren.

Auch Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte in seiner Videoansprache am Sonntagabend, dass die ukrainischen Streitkräfte in den vergangenen 24 Stunden mehr aktive Operationen als die russischen durchgeführt hätten.

Kaum Geländegewinne bei verstärkten Luftangriffen

Eine Analyse der AFP basierend auf Daten des US-amerikanischen Institute for the Study of War (ISW) zeigt, dass Russland im März erstmals seit zweieinhalb Jahren kaum Geländegewinne verzeichnen konnte. Die russischen Truppen eroberten lediglich 23 Quadratkilometer ukrainischen Boden.

Nach Einschätzung vieler Experten befindet sich die Ukraine aktuell in einer deutlich besseren Lage als noch vor einigen Monaten, auch wenn die Lage in besonders umkämpften Regionen wie Pokrowsk weiterhin angespannt bleibt.