Trump warnt Iran mit Vernichtung: Drohnenangriff auf AKW in Emiraten lässt Ölpreis steigen
Laut Medienberichten bereiten sich die USA und Israel auf eine mögliche Wiederaufnahme ihrer Angriffe gegen den Iran vor. Trump fordert das Mullah-Regime zu einem Abkommen auf und droht mit Vernichtung. Inzwischen ziehen die Ölpreise nach einem Drohnenangriff auf ein Atomkraftwerk in den Vereinigten Arabischen Emiraten weiter an.
US-Präsident Donald Trump kündigt eine mögliche Wiederaufnahme des Krieges gegen den Iran an. Auf der Plattform Truth Social schrieb er: „Die Uhr tickt für den Iran, und sie sollten sich besser SCHNELL bewegen, sonst bleibt von ihnen nichts übrig.“ Er betonte: „DIE ZEIT DRÄNGT!“ Israel, ein enger Verbündeter der USA, bereitet sich bereits auf einen möglichen Neustart gemeinsamer Angriffe im Iran vor. Ein Sprecher des iranischen Militärs warnte laut der Nachrichtenagentur Tasnim, jede weitere „Torheit“ der USA werde „noch verheerendere und schwerwiegendere Vergeltungsschläge“ nach sich ziehen. Gleichzeitig steigen die Ölpreise infolge eines Drohnenangriffs in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Das US-Nachrichtenportal „Axios“ zitierte Trump nach einem Telefoninterview, wonach der Iran bei ausbleibenden Fortschritten in den Friedensverhandlungen „viel härter getroffen“ werde als zuvor. „Wir streben ein Abkommen an. Sie sind noch nicht dort, wo wir sie haben wollen. Sie müssen dorthin gelangen, sonst drohen harte Konsequenzen, die sie nicht wollen“, erklärte der US-Präsident.
Der iranische Militärsprecher, zitiert von Tasnim, drohte im Gegenzug, Washington werde mit „neuen offensiven und überraschenden Szenarien“ rechnen müssen, falls es seine Drohungen umsetzt. Laut „Axios“ erwarten US-Beamte, dass Trump am Dienstag mit seinem nationalen Sicherheitsteam im streng gesicherten „Situation Room“ der US-Regierung zusammenkommt, um militärische Optionen zu besprechen. Militärische Maßnahmen stehen wieder zur Debatte.
„Die Differenzen zwischen beiden Seiten bleiben tief“
Der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz schrieb auf der Plattform X: „Die Gräben zwischen beiden Seiten sind weiterhin groß und in vielerlei Hinsicht kaum zu überwinden.“ Ein realistischer Weg für einen diplomatischen Durchbruch bestehe darin, dass Washington „sich direkter mit dem Kern des iranischen Vorschlags auseinandersetzt“. Die Prioritäten Irans blieben unverändert: Dazu zähle die Aufhebung der wirtschaftlichen Blockade, Verhandlungen über ein Ende des umfassenderen Konflikts und erst danach die Behandlung der Atomfrage, so Citrinowicz.
Der schleppende Fortschritt bei den Verhandlungen sorgt in Washington zunehmend für Frustration. Die „New York Times“ berichtete bereits am Freitag, dass das Pentagon sich auf eine mögliche Wiederaufnahme des Krieges vorbereitet. Hintergrund sei, dass die Ziele – insbesondere bezüglich des iranischen Atomprogramms – bisher nicht erreicht wurden.
Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu diskutierte laut „Times of Israel“ am Sonntagabend mit Trump über eine mögliche Wiederaufnahme des Krieges mit Teheran. Netanjahu hatte zuvor erklärt: „Unsere Augen sind weit geöffnet in Bezug auf den Iran.“ Die Zeitung „Jediot Achronot“ berichtete, Israel warte auf eine Entscheidung Trumps. Die Verbündeten hatten den Krieg gegen den Iran Ende Februar begonnen. Teheran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel und die Golfstaaten, die als US-Verbündete gelten. Seit Anfang April gilt eine von Trump zuletzt einseitig verlängerte Waffenruhe.
Ölpreis reagiert auf Drohnenangriffe
Die Spannungen in der Region hatten die Waffenruhe jedoch mehrfach erschüttert. Trump bezeichnete sie vor einer Woche als „am seidenen Faden hängend“. Saudi-Arabien meldete erneut Drohnenangriffe: Am Sonntagmorgen wurden drei unbemannte Fluggeräte abgefangen und zerstört, nachdem sie in den irakischen Luftraum eingedrungen waren, teilte das Verteidigungsministerium auf X mit.
Die Vereinigten Arabischen Emirate berichteten am Sonntag von drei Drohnenangriffen aus westlicher Richtung. Zwei Drohnen wurden laut Verteidigungsministerium abgefangen, eine traf einen Stromgenerator außerhalb des inneren Sicherheitsbereichs des Atomkraftwerks Baraka. Die Herkunft der Drohnen wird noch untersucht.
Nach dem Angriff zogen die Ölpreise am Montag an. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um 1,32 Prozent auf 110,70 US-Dollar pro Barrel, das US-Öl WTI stieg um 1,75 Prozent auf 107,26 US-Dollar. Bereits in der vergangenen Woche waren die Ölpreise um mehr als sieben Prozent gestiegen, da die Hoffnung auf ein Friedensabkommen gesunken war.
G7-Finanzminister beraten Auswirkungen des Konflikts
Vor dem Beginn des Treffens der Finanzminister der G7-Gruppe führender westlicher Industrienationen in Paris warnte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil vor den wirtschaftlichen Folgen des Iran-Konflikts und einer möglichen Sperrung der Straße von Hormus. Er sprach von einer „ernsthaften Bedrohung für die Weltwirtschaft“ und betonte, dass der Krieg die wirtschaftliche Entwicklung erheblich beeinträchtige.
Im Mittelpunkt des G7-Treffens stehen die Auswirkungen des Konflikts. Kurz nach Kriegsbeginn hatten Irans Streitkräfte die Kontrolle über die für den Öl- und Gashandel wichtige Straße von Hormus übernommen. Durch Drohungen, Kontrollen und Angriffe auf Schiffe kam der Verkehr in der Meerenge weitgehend zum Erliegen. Dies führte weltweit zu deutlich steigenden Energie- und Kraftstoffpreisen. Laut Iran ist die Meerenge inzwischen zudem vermint.
Teheran betont stets, die Straße von Hormus sei nicht blockiert, sondern nur für Irans Feinde gesperrt. Tatsächlich müssen Reedereien sich mit iranischen Stellen abstimmen und dürfen nur einen Korridor nahe der iranischen Küste passieren. Dafür verlangt die iranische Führung hohe Gebühren.