Russischer ‚Seebär‘ setzt Sonarbojen nahe britischem Flugzeugträger vor Island ein
Vor der Küste Islands nähert sich ein russisches Aufklärungsflugzeug dem britischen Flugzeugträger „Prince of Wales“ und setzt Sonarbojen zur U-Boot-Erkennung aus. Daraufhin starten F-35-Kampfjets, die den russischen „Seebären“ aus dem Einsatzgebiet begleiten. London bewertet die Aktion als riskant und unprofessionell.
Ein russisches Militärflugzeug wurde von britischen F-35-Kampfjets abgefangen, nachdem es im europäischen Nordmeer vor Island Sonarbojen in unmittelbarer Nähe des Flugzeugträgers „Prince of Wales“ abgeworfen hatte. Ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums bezeichnete das Verhalten der russischen Besatzung als „gefährlich und unprofessionell“.
Die russische Tupolew Tu-142 (Nato-Codename: „Bear F/J“) flog bei dem Vorfall am vergangenen Donnerstag „in geringer Höhe und unnötig nah“ über den Flugzeugträger, der Teil eines Verbandes mehrerer Schiffe ist. Anschließend ließ die Besatzung „eine Vielzahl von Sonarbojen in unmittelbarer Nähe des Trägers“ fallen, so der Sprecher. Daraufhin wurden zwei britische F-35-Kampfjets entsandt, die das russische Flugzeug begleiteten, bis es das Gebiet verließ. Sonarbojen sind mit Unterwassermikrofonen ausgestattet und dienen der Ortung von U-Booten.
Die Tu-142 wurde Ende der 1960er-Jahre vom Konstruktionsbüro Tupolew entwickelt und 1972 in Dienst gestellt. Sie basiert auf dem strategischen Bomber Tu-95 (Nato-Codename „Bear“) und wurde für neue Aufgaben entsprechend modifiziert. Neben der Grundversion existieren verschiedene Varianten, beispielsweise zur Ozeanüberwachung oder zur U-Boot-Jagd. Bis 1994 wurden etwa 100 Exemplare des „Seebären“ gebaut. Die russische Marine betreibt Berichten zufolge noch rund zwei Dutzend Tu-142.
Der Flugzeugträgerverband, bestehend aus mehreren Schiffen, Hubschraubern und Kampfflugzeugen, befand sich laut Ministerium im Rahmen der britischen Arktismission „Firecrest“ in der Region. Diese Mission ist Teil der im Februar gestarteten Nato-Operation „Arctic Sentry“, die die Aktivitäten der Bündnispartner in der Arktis koordinieren und die Präsenz zur Abschreckung verstärken soll. Deutschland beteiligt sich unter anderem mit mehreren Eurofighter-Kampfflugzeugen.
Die Mission folgt der Forderung von US-Präsident Donald Trump, die Arktis vor dem Einfluss Russlands und Chinas zu schützen. Durch neu erschlossene Seewege infolge des Klimawandels hat das geostrategische Interesse der USA, Chinas und Russlands in der Arktis deutlich zugenommen. Zudem lagern in der Region wertvolle Rohstoffe.