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Nach Drohnen-Vorfall im Baltikum: Lettland reagiert empört auf Russlands Darstellung

Nach Vorfall im Baltikum: Lettland schäumt wegen Russlands Drohnen-Erzählung

Erneut dringt eine vermutlich ukrainische Drohne in den Luftraum eines baltischen Landes ein. Nach Angaben aus Kiew wurde sie durch russische elektronische Kriegsführung umgelenkt. Aus Moskau wird wie üblich eine abweichende Darstellung verbreitet, was insbesondere die Regierung in Riga erzürnt.

Lettland wirft Russland vor, die jüngsten Drohnenvorfälle in den baltischen Staaten mit gezielter Desinformation zu manipulieren. Moskau behauptet, Estland, Lettland und Litauen würden es zulassen, dass ihr Gebiet für ukrainische Angriffe auf Russland genutzt werde. Diese Vorwürfe wies die lettische Regierung entschieden zurück. Das Außenministerium des EU- und Nato-Mitglieds lud zudem einen Vertreter der russischen Botschaft ein und übergab eine Protestnote.

„Russland verbreitet seit Wochen die falsche Behauptung, die baltischen Staaten und Finnland stellten ihren Luftraum für ukrainische Angriffe zur Verfügung“, erklärte Außenministerin Baiba Braze nach einem Gespräch mit ihrer kanadischen Amtskollegin Anita Anand. Diese Vorwürfe seien unbegründet und wurden den russischen Vertretern sowohl bei einer Einbestellung ins Außenministerium als auch auf anderen Wegen mitgeteilt. „Heute wurde erneut eine Falschinformation vom russischen Auslandsgeheimdienst verbreitet, die wir klar zurückgewiesen und widerlegt haben.“

In Estland hatten Nato-Kampfjets zuvor eine mutmaßlich ukrainische Drohne abgeschossen, die vermutlich russische Ziele anvisierte und in den estnischen Luftraum eingedrungen war. Auch die lettische Armee informierte die Bevölkerung über eine mögliche Bedrohung durch eine Drohne im Osten des Landes.

Ein Sprecher des ukrainischen Außenministeriums teilte auf X mit: „Russland lenkt weiterhin ukrainische Drohnen durch elektronische Kriegsführung ins Baltikum um. Moskau agiert dabei bewusst und verstärkt seine Propaganda. Wir entschuldigen uns bei Estland und allen baltischen Partnern für diese unbeabsichtigten Vorfälle.“

Politische Spannungen

Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen die russische Invasion. Im wechselseitigen Drohnenkrieg stellen die durch elektronische Maßnahmen abgewehrten Fluggeräte auch eine Gefahr für Nachbarstaaten dar. In jüngster Zeit drangen mehrfach fehlgeleitete Drohnen in den Luftraum der baltischen Staaten ein und stürzten teilweise ab. Kiew hatte mit diesen Drohnen Ziele im Nordwesten Russlands angegriffen.

In Lettland traf bei einem der jüngsten Vorfälle in diesem Monat ein kaum genutztes Öllager mit leeren Tanks in Rezekne im Osten des Landes. Bei dem Zwischenfall stürzten zwei fehlgeleitete ukrainische Drohnen nahe der russischen Grenze ab. Es gab keine Verletzten. Der Vorfall führte jedoch zu einer politischen Krise, in deren Folge zunächst Verteidigungsminister Andris Spruds und anschließend Regierungschefin Evika Silina zurücktraten.