Kubas angebliche Angriffe auf US-Ziele? US-Senator spricht von Propaganda zur Invasionsrechtfertigung
Gibt es Vorbereitungen Kubas für Angriffe auf US-Militäranlagen und Territorien? Ein demokratischer US-Senator äußert sich klar zu aktuellen Medienberichten. Die kubanische Regierung spricht von immer unglaubwürdigeren Anschuldigungen.
Senator Ruben Gallego, Demokrat aus Arizona, unterstellt der Trump-Administration indirekt die Verbreitung von Falschinformationen, um eine Invasion Kubas zu rechtfertigen. Auf der Plattform X schrieb er: „Kein Staat in Kubas derzeitiger wirtschaftlicher und militärischer Lage würde einen Präventivschlag gegen eine Supermacht wie die USA wagen. Das ist reine Propaganda, um eine Invasion Kubas zu rechtfertigen.“
Gallegos Reaktion erfolgte nach einem Bericht, wonach die USA über Geheimdienstinformationen verfügen, die besagen, dass Kuba mehr als 300 Militärdrohnen erworben hat und deren Einsatz gegen US-Ziele erwägt. Als mögliche Ziele werden der US-Stützpunkt Guantanamo auf Kuba, US-Militärschiffe sowie das etwa 145 Kilometer nördlich von Havanna gelegene Key West in Florida genannt. Dies berichtete das Nachrichtenportal „Axios“ unter Berufung auf Geheimdienstquellen.
Diese Erkenntnisse könnten als Begründung für ein militärisches Eingreifen der USA dienen, zitierte „Axios“ einen hochrangigen US-Beamten. Sie verdeutlichen, wie stark die Trump-Regierung Kuba als Bedrohung wahrnimmt.
Laut kubanischer Regierung beabsichtigt Kuba, im Falle eines US-Angriffs sein „legitimes Recht auf Selbstverteidigung“ wahrzunehmen. Vizeaußenminister Carlos Fernández de Cossio schrieb auf X: „Die USA sind der Angreifer, Kuba das angegriffene Land, das sein Recht auf Selbstverteidigung geltend macht.“
Diese Erklärung erfolgte als Reaktion auf den „Axios“-Bericht. Ohne ihn direkt zu benennen, kritisierte der Vizeminister die Versuche, einen US-Angriff auf Kuba mit „immer unglaubwürdigeren Anschuldigungen“ zu rechtfertigen. Auch die kubanische Botschaft in Washington und das Außenministerium in Havanna betonten auf X Kubas Recht auf Selbstverteidigung. Die Botschaft erklärte, dass durch Vorwände und Falschinformationen die „logische Vorbereitung“ auf einen möglichen Angriff als außergewöhnlich dargestellt werde. US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Monaten wiederholt mit einer „Übernahme“ Kubas durch die USA gedroht.
Seit der Revolution von 1959 sind die Beziehungen zwischen Kuba und den USA angespannt. Unter Trump verschärfte sich die Situation zusätzlich. Durch neue Sanktionen und eine Ölblockade erhöhte die US-Regierung den Druck, um auf Kuba einen wirtschaftlichen und politischen Wandel im Sinne der USA zu erzwingen.
Infolge dessen leidet Kuba seit Monaten unter einer schweren Energiekrise. Energieminister Vicente de la O Levy erklärte am Donnerstag im Staatsfernsehen, die von Russland gelieferten Ölreserven seien „erschöpft“. In Havanna gingen Menschen aus Protest gegen die anhaltenden Stromausfälle auf die Straße und zeigten ihren Unmut, indem sie auf Töpfe und Pfannen schlugen.