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China startet Raketentest im Pazifik während gemeinsamer Marineübung mit Russland – Kritik aus Nachbarländern

Marineübung mit Russland startet: China feuert Rakete in den Pazifik - Nachbarstaaten üben Kritik

Aus einem U-Boot heraus hat China eine Rakete in den Pazifik abgefeuert, während gleichzeitig eine gemeinsame Übung mit Russland begann. Länder wie Australien und Neuseeland reagierten darauf mit scharfer Kritik. Peking hingegen appelliert, den Test nicht überzubewerten.

Das chinesische Militär führte einen Raketentest im Pazifik durch, der in Australien und Neuseeland zu deutlichen Protesten führte. Nach Angaben aus Peking landete die Rakete planmäßig im Pazifik. Ob es sich dabei um eine atomwaffenfähige Interkontinentalrakete handelte, ist bislang nicht bestätigt. Zeitgleich begann China eine gemeinsame Militärübung mit Russland.

Der chinesische Marine-Sprecher Wang Xuemeng teilte über den Onlinedienst WeChat mit, dass die mit einem „Übungsgefechtskopf“ ausgestattete Rakete am Mittag (Ortszeit) „erfolgreich“ von einem Atom-U-Boot aus gestartet wurde und „präzise im vorgesehenen Seegebiet“ im Pazifik einschlug.

Laut Wang war der Raketentest Teil der „jährlichen militärischen Übungen Chinas“. Unklar blieb, ob er sich auf die heute gestartete gemeinsame Marineübung „Joint Sea-2026“ mit Russland vor der Küste Qingdaos bezog. Das chinesische Verteidigungsministerium bestätigte die Einrichtung eines gemeinsamen Kommandozentrums für die Übung. Geplant sind zudem gemeinsame Aufklärungsaktionen, Luft- und Raketenabwehrtests, Schießübungen mit scharfer Munition sowie eine gemeinsame Patrouille im Pazifik.

„Der Pazifik als Friedensraum“

Vor dem Raketentest informierte die chinesische Regierung mehrere Länder in der Region, darunter Neuseeland, Japan und Papua-Neuguinea. „Ich wurde persönlich vom chinesischen Botschafter kontaktiert“, erklärte Papua-Neuguineas Außenminister Justin Tkatchenko.

Ein Vertreter der neuseeländischen Regierung bestätigte, über den bevorstehenden Test einer „interkontinentalen ballistischen Rakete“ informiert worden zu sein. Peking bestätigte jedoch nicht, dass es sich um eine Interkontinentalrakete handelte. Zudem wurde gegenüber Neuseeland nicht präzisiert, wo genau die Rakete einschlagen sollte. „Der Pazifik ist ein Ozean des Friedens, und wir sind sehr besorgt über Chinas Tests atomwaffenfähiger Raketen im Südpazifik“, betonte Neuseelands Außenminister Winston Peters.

Die japanische Regierung rief Peking dazu auf, den Raketentest zu überdenken. Die australische Außenministerin Penny Wong bezeichnete den Test als destabilisierend für die Region. Australien unterzeichnete am selben Tag ein Verteidigungsabkommen mit den Fidschi-Inseln, das gegenseitigen Beistand im Verteidigungsfall vorsieht. Ähnliche Vereinbarungen bestehen bereits mit Papua-Neuguinea, Vanuatu und Tuvalu.

Interkontinentalraketen-Test 2024

Auf die Kritik zum Raketenstart antwortete ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums, dass der Test „gegen kein bestimmtes Land oder Ziel gerichtet“ gewesen sei und hoffte, dass dies nicht überinterpretiert werde. Auch Russland äußerte sich ähnlich: Kreml-Sprecher Dmitri Peskow betonte, China habe „niemanden bedrohen wollen“ und habe das „Recht, Raketen zu testen“.

Bereits 2024 hatte die chinesische Armee eine Interkontinentalrakete mit einem Testsprengkopf gestartet, die im Pazifik nahe Französisch-Polynesien einschlug. Dies war Chinas erster Test einer Langstreckenrakete über internationalen Gewässern seit mehr als 40 Jahren. Experten vermuten, dass es sich damals um eine Dong-Feng-31-Rakete handelte, die mit Atomsprengköpfen bestückt werden kann.

Militärexperte Alex Luck vermutet, dass bei dem aktuellen Test die Rakete vom Typ JL-3 zum Einsatz kam, die im September bei einer Militärparade in Peking vorgestellt wurde. Es könnte sich aber auch um das Vorgängermodell JL-2 gehandelt haben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg führten mehrere Staaten Atomtests im Pazifik durch. Seit Mitte der 1980er Jahre ist der südliche Pazifik eine atomwaffenfreie Zone. China bemüht sich seit Jahren, seinen Einfluss in der Region auszubauen. Laut US-Verteidigungsministerium verfügte China 2023 über mehr als 500 Atombomben, mit einer möglichen Steigerung auf über 1000 bis 2030.