Audimax » Politik » Miliz kritisiert Abkommen: Israelische Streitkräfte töten Hisbollah-Kämpfer im Libanon trotz Waffenruhe

Miliz kritisiert Abkommen: Israelische Streitkräfte töten Hisbollah-Kämpfer im Libanon trotz Waffenruhe

Miliz wettert über Abkommen: Israels Armee tötet Hisbollah-Kämpfer im Libanon trotz Waffenruhe

Zwischen den Regierungen des Libanon und Israels wurde ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das den Weg für Frieden zwischen den beiden Nachbarstaaten ebnen soll. Die Hisbollah lehnt dieses Abkommen jedoch entschieden ab. Israel betrachtet sich gegenüber der proiranischen Miliz nicht an den bestehenden Waffenstillstand gebunden.

Die israelischen Streitkräfte teilten mit, im südlichen Libanon mehrere Kämpfer der vom Iran unterstützten Hisbollah getötet zu haben. Dieser Vorfall ereignete sich am Samstag im Gebiet der Stadt Nabatija, trotz einer bestehenden Waffenruhe und des kürzlich vereinbarten Rahmenabkommens zwischen Israel und dem Libanon.

Nach Angaben der israelischen Armee waren die Hisbollah-Kämpfer mit Panzerabwehrraketen ausgerüstet und operierten in der Nähe einer von Israel als „Sicherheitszone“ definierten Region. Die Armee griff sie an, um eine Bedrohung zu neutralisieren. Zudem wurde eine Raketenabschussrampe der Hisbollah zerstört.

Die libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete unterdessen von erneuten israelischen Angriffen im Süden, bei denen Soldaten in der Ortschaft Chiam auch Häuser in Brand gesetzt haben sollen. Lokale Medien meldeten am Samstagabend mehrere Luftangriffe mit Kampfflugzeugen und Drohnen im Süden des Landes.

Israel koppelt Truppenabzug an Entwaffnung der Hisbollah

Nach Jahrzehnten des Konflikts einigten sich Israel und die libanesische Regierung am Freitag auf einen Fahrplan für Frieden und Sicherheit. Die Hisbollah lehnt die Vereinbarung jedoch ab, da sie nicht an den Verhandlungen beteiligt war und die im Abkommen vorgesehene Entwaffnung strikt ablehnt. Dies wirft Zweifel an der Umsetzung des Abkommens auf. Hisbollah-Führer Naim Kassim bezeichnete das Abkommen als „Demütigung“, „Schande“ und als Verzicht auf die nationale Souveränität.

Das Rahmenabkommen verpflichtet Israel – entgegen Forderungen aus Teheran und der Hisbollah – erst dann zum vollständigen Rückzug aus dem südlichen Libanon, wenn nichtstaatliche Gruppen wie die Hisbollah entwaffnet sind. Vorgesehen ist, dass sich die israelischen Streitkräfte schrittweise aus zwei Zonen zurückziehen, während die reguläre libanesische Armee dort die Kontrolle übernimmt.

Die US-Regierung hatte zwischenzeitlich einen Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah verkündet, der jedoch in der Praxis nie vollständig eingehalten wurde.