Real Madrid und der VAR: Eine aufschlussreiche Geschichte über das Videobeweissystem und den am stärksten betroffenen LaLiga-Club
Der VAR entwickelt sich zunehmend zur großen Herausforderung für Real Madrid. In den letzten Spielzeiten erschwerte die Technologie den spanischen Spitzenklub immer wieder oder sorgte zumindest dafür, dass die Spiele nicht leichter wurden. In der gerade abgeschlossenen Saison 2025/26 war Madrid das am stärksten vom VAR benachteiligte Team, gleichauf mit Barcelona, die ebenfalls die meisten Eingriffe gegen sich verzeichneten, während Madrid zugleich die meisten Punkte direkt durch den VAR verlor. Barcelona hingegen erlebte beide Seiten der Medaille.
Real Madrid und der VAR waren nie ein gutes Team. Der Klub äußerte sich wiederholt kritisch zum System, dennoch wurden mehr Entscheidungen gegen Madrid durch den Videoassistenten revidiert als gegen jeden anderen Verein. Die Blancos beendeten die Saison mit 11 VAR-Eingriffen gegen sich – genauso viele wie Barcelona. Während beide Klubs diese unerwünschte Bilanz teilen, zeigen weitere Zahlen deutlich, warum Madrid als am stärksten betroffene Mannschaft gilt.
Die VAR-Entscheidungen, die Real Madrid Punkte kosteten
Obwohl sowohl Real Madrid als auch Barcelona jeweils 11 VAR-Eingriffe gegen sich hatten, wirkte sich der VAR für Madrid gravierender aus. Diese Überprüfungen kosteten Madrid schließlich fünf Punkte in der Tabelle, während Barcelona nur einen Punkt verlor. Der Abstand fällt damit kleiner aus als in der Saison 2024/25, als Projektionen nahelegten, dass Real Madrid ohne VAR den Titel statt Barcelona geholt hätte. Damals hätte Carlo Ancelottis Mannschaft sieben Punkte mehr erzielt, während Hansi Flicks Team fünf Punkte verloren hätte. In dieser Saison hätte Madrid den Titel jedoch mit oder ohne VAR nicht gewonnen.
Genauer betrachtet ließen sich fünf verlorene Punkte auf zwei VAR-Entscheidungen zurückführen.
Der erste Fall ereignete sich im Montilivi-Stadion, als Kylian Mbappé ein Tor wegen Handspiels aberkannt wurde und Xabi Alonsos Team so ein Sieg verwehrt blieb.
Der zweite Eingriff fand im El Sadar statt, nachdem Álvaro Arbeloa das Kommando übernommen hatte. Der VAR riet dem Schiedsrichter, nach einem Foul von Thibaut Courtois an Ante Budimir einen Elfmeter zu geben und erlaubte zudem ein Tor von Raúl García, das zunächst auf dem Feld aberkannt worden war. Ohne den VAR hätte Osasuna 1:0 verloren statt 2:1 gewonnen.
Barcelona verlor durch VAR nur einen Punkt
Bei Barcelona änderte nur eine von 11 ungünstigen VAR-Entscheidungen den Spielausgang.
Dies war die 2:1-Niederlage in Anoeta, bei der Fermín López ein Tor aberkannt wurde, weil Dani Olmo zuvor einen Foul an Takefusa Kubo begangen hatte. Ohne den Eingriff des Videoassistenten hätte Real Sociedad nicht alle drei Punkte mitgenommen.
Barcelona profitierte deutlich öfter von VAR-Entscheidungen
Real Madrid und Barcelona stehen bei VAR-Entscheidungen zugunsten ihrer Teams an entgegengesetzten Enden der Skala.
Barcelona landete gemeinsam mit Mallorca und Sevilla mit 11 positiven VAR-Entscheidungen auf dem zweiten Platz in LaLiga. Nur der Athletic Club verzeichnete mit 12 noch mehr.
Real Madrid erhielt hingegen lediglich vier VAR-Entscheidungen, die zu ihren Gunsten korrigiert wurden. Nur Elche profitierte mit drei Eingriffen noch weniger von der Videoüberprüfung in dieser Saison.