Noch kein offizielles Ergebnis: Trump beglückwünscht Kolumbiens „neuen Präsidenten“ de la Espriella
In Lateinamerika zeichnet sich eine weitere Rechtswende ab: Bei der Präsidentschaftswahl in Kolumbien liegt der von US-Präsident Trump unterstützte Kandidat Abelardo de la Espriella knapp vorn. Das finale amtliche Ergebnis ist jedoch noch nicht bestätigt, und die Regierungsseite fordert eine genaue Überprüfung.
US-Präsident Donald Trump gratulierte dem konservativen Politiker Abelardo de la Espriella bereits vor der offiziellen Bekanntgabe des Wahlergebnisses zum mutmaßlichen Sieg. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump: „Herzlichen Glückwunsch an ‚El Tigre‘ Abelardo de la Espriella, den neuen Präsidenten Kolumbiens!“ Er betonte, es sei ihm „eine große Ehre“, den Kandidaten der konservativen Opposition im Wahlkampf unterstützt zu haben. De la Espriella plant, die zuletzt angespannten Beziehungen zu Washington zu verbessern und die Zusammenarbeit im Kampf gegen Drogenhandel zu intensivieren.
Den vorläufigen Ergebnissen zufolge führt „El Tigre“ – wie sich der Rechtspolitiker selbst nennt – uneinholbar und dürfte am 7. August den linken Amtsinhaber Gustavo Petro ablösen. Nach Auszählung von 99,99 Prozent der Stimmen meldete die Wahlbehörde, dass de la Espriella 49,6 Prozent und sein linker Herausforderer Iván Cepeda 48,7 Prozent erreichten. Der Vorsprung von rund 250.000 Stimmen ist angesichts von etwa 41 Millionen Wahlberechtigten in Kolumbien als bedeutend einzustufen.
Cepeda appelliert an Ruhe
Während de la Espriella bereits seinen Wahlsieg feiert, betonen Präsident Petro und dessen Wunschkandidat Cepeda, dass die offizielle Überprüfung der Wahlergebnisse noch aussteht. Cepedas Wahlkampfteam gab an, dass die Resultate aus etwa 33.000 Wahlurnen angefochten werden. Dennoch gelten vorläufige Ergebnisse in Kolumbien als sehr verlässlich und weichen meist kaum vom endgültigen Ergebnis ab.
Nach der Wahl kam es zu Protesten, die teilweise gewaltsam verliefen. Demonstrierende zündeten US-Flaggen an und gerieten mit der Polizei aneinander, die Tränengas einsetzte. Cepeda betonte, er habe zu keiner Gewalt aufgerufen und forderte, dass alle Proteste „streng friedlich und ruhig“ bleiben müssten.
Der sich abzeichnende Wahlsieg de la Espriellas markiert eine Fortsetzung des Rechtsrucks, der in mehreren lateinamerikanischen Ländern zu beobachten ist. Kürzlich übernahmen in Ecuador, Bolivien, Honduras, Chile und Costa Rica konservative oder wirtschaftsliberale Regierungen die Macht. Mehrere konservative Staats- und Regierungschefs der Region gratulierten de la Espriella. So schrieb der argentinische Präsident Javier Milei, der sich selbst „der Löwe“ nennt und für seine ultraliberale Haltung bekannt ist: „Der Löwe und der Tiger brüllen in Lateinamerika.“