1.000 Spiele bei der Weltmeisterschaft: Vom 13-Teams-Experiment zum globalen Spektakel
Wenn Tunesien und Japan am Samstag in Monterrey aufeinandertreffen, geht es für sie um mehr als nur drei Punkte in der Gruppenphase. Sie werden Teil eines historischen Moments im Fußball: des 1.000. Spiels bei einer FIFA-Weltmeisterschaft.
Nach tausend Spielen hat sich das 1930 gegründete Turnier kaum noch mit seiner ursprünglichen Form vergleichen lassen. Was einst mit nur 13 Nationalmannschaften, Amateurspielern und transatlantischen Bootsreisen begann, ist heute ein weltweites Spektakel mit 48 teilnehmenden Nationen, modernster Technologie und Milliarden von Zuschauern.
Wann fand das erste WM-Spiel statt?
Das allererste Spiel wurde am 13. Juli 1930 in Uruguay ausgetragen. Frankreich besiegte Mexiko mit 4:1, während die USA gleichzeitig Belgien mit 3:0 schlugen. Es gab weder Karten noch Auswechslungen und keine TV-Übertragungen. Viele Spieler kombinierten Fußball mit ihrem Studium oder traditionellen Berufen. Die WM war damals noch ein echtes Abenteuer.
Welches Spiel war das 100. WM-Spiel?
24 Jahre später erreichte das Turnier sein 100. Spiel. Österreich setzte sich bei der WM 1954 in der Schweiz mit 3:1 gegen Uruguay durch. Zwischen diesen beiden Meilensteinen lagen zwei wegen des Zweiten Weltkriegs abgesagte Turniere und die Einführung von Live-TV-Übertragungen, die das Turnier erstmals in Millionen europäischer Wohnzimmer brachten.
Welches Spiel war das 200. WM-Spiel?
Das 200. Spiel fiel mit dem Finale der WM 1966 in England zusammen. Gastgeber England besiegte Westdeutschland mit 4:2 im Wembley-Stadion. Es war die letzte WM ohne Gelbe und Rote Karten sowie die letzte, die komplett in Schwarz-Weiß übertragen wurde. Der Fußball begann, sich in das moderne Zeitalter zu entwickeln.
Welches Spiel war das 300. WM-Spiel?
Die Marke von 300 Spielen wurde bei der WM 1978 in Argentinien erreicht. Italien gewann 1:0 gegen Österreich, während Westdeutschland zeitgleich 2:2 gegen die Niederlande spielte. Spiele unter Flutlicht in den Abendstunden gehörten mittlerweile zum Standard und das Turnier nahm zunehmend eine bedeutende kommerzielle Rolle ein.
Das 700. Spiel fand bei der WM 2006 in Deutschland statt. Frankreich besiegte Spanien im Achtelfinale mit 3:1. Zu diesem Zeitpunkt nahmen bereits über 200 Länder an der WM-Qualifikation teil. Das Turnier hatte sich von einem hauptsächlich europäischen und südamerikanischen Ereignis zu einem echten globalen Phänomen entwickelt.
Das 800. Spiel wurde bei der WM 2014 in Brasilien ausgetragen, ein 2:2-Unentschieden zwischen Deutschland und Ghana. Diese WM führte die Torlinientechnologie ein, bei der Sensoren und Kameras bestimmen, ob der Ball die Linie vollständig überquert hat, um Schiedsrichterentscheidungen zu erleichtern.
Vier Jahre später, bei der WM 2018 in Russland, war das 900. Spiel das Finale zwischen Frankreich und Kroatien. Frankreich gewann mit 4:2 in einem Turnier, das vor allem durch die Einführung des Videoassistenten (VAR) in Erinnerung blieb. Die Videoüberprüfung veränderte die Schiedsrichterpraxis im Spitzenfußball grundlegend.
Nun steht das 1.000. Spiel an. Es wird weder ein Finale noch eine legendäre Rivalität sein. Auch treten keine der traditionellen Fußballgroßmächte gegeneinander an. Doch genau das verleiht diesem Spiel seine besondere Bedeutung.
Japan und Tunesien stehen symbolisch für die weltweite Ausbreitung des Fußballs, für Regionen, die früher kaum bei der WM vertreten waren, und für die universelle Anziehungskraft eines Turniers, das heute jeden Winkel der Erde erreicht.
Wenn der Schiedsrichter in Monterrey das erste Mal pfeift, schreibt der Fußball ein weiteres Kapitel einer Geschichte, die längst noch nicht zu Ende erzählt ist.