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Neue Gewaltausbrüche und Todesfälle: Libanon-Konflikt bleibt kritischer Punkt im US-Iran-Abkommen

Neue Angriffe und Todesopfer: Kämpfe im Libanon bleiben Schwachstelle im US-Iran-Abkommen

Zwischen den USA und dem Iran wurde eine umgehende Waffenruhe für den Nahen Osten vereinbart – dennoch dauern die Auseinandersetzungen im Libanon unverändert an. Diese Entwicklung könnte die weiteren Gespräche zwischen Washington und Teheran maßgeblich beeinflussen.

Die Kämpfe zwischen der israelischen Armee und der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon setzen sich fort. Nachdem vier israelische Soldaten durch Beschuss der Hisbollah im Süden des Libanon ums Leben kamen, reagierte die israelische Armee mit Angriffen auf die Terrororganisation. Dabei wurden „Infrastruktur-Einrichtungen der Hisbollah im Bekaa-Tal“ im Osten des Landes bombardiert, so die israelischen Streitkräfte. Diese Maßnahmen erfolgten als Antwort auf „wiederholte Verletzungen der Waffenruhe durch die Hisbollah, die weiterhin Anschläge gegen israelische Soldaten plant und durchführt“.

Das libanesische Gesundheitsministerium berichtet, dass bei dem Angriff im Bekaa-Tal vier Personen getötet wurden, darunter zwei Frauen und ein älterer Mann. Laut libanesischen Staatsmedien wurde zudem das Haus des Bürgermeisters von Sellaja getroffen, wobei dieser und drei Familienangehörige ums Leben kamen.

Die israelische Armee hatte zuvor bekannt gegeben, dass vier ihrer Soldaten bei Angriffen der Hisbollah im Süden des Libanon getötet wurden. Die Miliz gab an, israelische Truppen in der Nähe der Ali-Taher-Hügel nahe der Stadt Nabatije mit „Raketen und Mörsergranaten“ beschossen zu haben.

Der rechtsextreme israelische Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir forderte nach dem Tod der Soldaten: „Der gesamte Libanon muss brennen.“ Er fügte hinzu: „Mit allem Respekt gegenüber den Amerikanern muss Israel der Welt klar machen, dass das Blut unserer Söhne und die Sicherheit unserer Bürger nicht verhandelbar sind.“

Steigende Opferzahlen im Libanon

Am Freitagmorgen meldete die israelische Armee weitere Angriffe auf Hisbollah-Ziele im Südlibanon. Die Armee erklärte, in der vergangenen Nacht „Hisbollah-Kämpfer und deren Infrastruktur in verschiedenen Regionen des Südlibanon angegriffen zu haben und dies auch weiterhin tun wird“.

Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums starben bei den Angriffen im Süden mindestens 18 Menschen, 33 weitere wurden verletzt. Die Zahl der Opfer auf beiden Seiten ist die höchste an einem Tag seit Unterzeichnung des US-iranischen Rahmenabkommens zur Beendigung des Iran-Konflikts.

Das Abkommen sieht unter anderem eine sofortige Waffenruhe in der gesamten Region vor, einschließlich des Libanon. Eine spezifische Regelung zum Abzug israelischer Truppen ist im Rahmenvertrag jedoch nicht enthalten.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bezeichnete am Donnerstag die von der Armee eingerichtete „Sicherheitszone“ im Südlibanon als Schutzwall zwischen der Hisbollah und den Gemeinden Nordisraels. Israel werde sich nicht zurückziehen, solange dies zur Wahrung seiner Sicherheit notwendig sei. Die libanesische Regierung hingegen betrachtet das von Israel kontrollierte Gebiet als völkerrechtswidrig besetztes Staatsgebiet.

Frankreich fordert Einhaltung des Waffenstillstands

Unterdessen mahnte unter anderem Frankreich Israel, den im Iran-USA-Abkommen festgelegten Waffenstillstand im Libanon zu respektieren. Außenminister Jean-Noël Barrot erklärte gegenüber FranceInfo: „Das Abkommen sieht die Einstellung der Kampfhandlungen vor, die israelische Regierung muss dies befolgen, und die USA sollten Druck auf Israel ausüben, damit dies geschieht.“

Ursprünglich war für diesen Freitag der Beginn vertiefter Verhandlungen zwischen Iran und USA in der Schweiz vorgesehen. Am Morgen teilte das Außenministerium in Bern jedoch mit, dass das Treffen abgesagt wurde. Zuvor hatte das Weiße Haus mitgeteilt, dass US-Vizepräsident JD Vance nicht wie geplant zu den Gesprächen reisen werde. Das Nachrichtenportal „Axios“ berichtete unter Berufung auf einen US-Beamten, dass Beschwerden aus Teheran über Israels anhaltende Angriffe im Libanon ein möglicher Grund für die Absage seien.