Von der Premier League abgelehnt – jetzt plant Real Madrid ein Angebot über 171 Millionen Dollar
Michael Olise (geboren am 12. Dezember 2001 in London) hat sich in nur wenigen Jahren von einem weitgehend unbekannten Talent zu einem globalen Star entwickelt. Seine herausragenden Leistungen bei den Olympischen Spielen Paris 2024, bei denen er Frankreich bis ins Finale führte, katapultierten ihn auf ein völlig neues Niveau. Der FC Bayern München reagierte schnell und verpflichtete ihn für rund 60 Millionen Dollar – eine Summe, die angesichts seines Einflusses mittlerweile wie ein Schnäppchen wirkt. Sein Aufstieg machte ihn zudem zum unumstrittenen Stammspieler Frankreichs, mit dem er im Sommer seinen ersten WM-Titel anstreben wird.
Real Madrids 171-Millionen-Dollar-Offensive
Der Bayern-Stürmer gilt als „Galáctico“-Wunschkandidat von Florentino Pérez, der bei seiner Wiederwahl als Präsident plant, ein Angebot in Höhe von etwa 171 Millionen Dollar einzureichen. Innerhalb von kaum zwei Jahren hat sich Olise vom unbeschriebenen Premier-League-Blatt zum gefragten Topspieler in der Champions League entwickelt und zählt nun zu den begehrtesten Fußballern weltweit.
Die Verhandlungen mit Bayern werden allerdings schwierig, da der deutsche Rekordmeister seine Stars selten abgibt. Vor vier Jahren wechselte Robert Lewandowski zu Barcelona, doch sein Vertrag lief nur noch ein Jahr. Für einen Transfer müsste Olise seine Wechselabsichten vermutlich öffentlich machen. Bayern wies in der vergangenen Saison Anfragen mehrerer Klubs zurück. Premier-League-Teams beobachteten seine Situation genau, um ihn zurück nach England zu holen, doch die sechsmaligen Champions-League-Sieger blockierten jede Rückkehr.
Olise: Vier Nationalitäten, aber die Wahl fiel auf Frankreich
Olise wurde weder in Frankreich geboren noch dort fußballerisch ausgebildet. Der in London geborene Spieler besitzt vier Staatsbürgerschaften: nigerianisch über seinen Vater, französisch und algerisch über seine Mutter sowie britisch durch Geburt. England versuchte, ihn für die Three Lions zu gewinnen, doch seine Bindung zu seiner Mutter und das beharrliche Werben Frankreichs führten letztlich dazu, dass er sich für Les Bleus entschied. Auch Olises persönliche Präferenz spielte eine Rolle, da er mehrfach betonte, dass es sein Kindheitstraum sei, Frankreich zu vertreten.
„Ich habe viele Verbindungen zu Nigeria, Algerien, Frankreich und England. Das ist für mich ganz normal und kein tägliches Thema. Ich trage kleine Stücke aus jedem Land in mir“, erklärte er kürzlich stolz im Interview über seine multikulturelle Herkunft.
Ein bemerkenswerter Aspekt seiner Laufbahn ist, dass er als erster Spieler in der Geschichte der französischen Nationalmannschaft für Les Bleus auflief, ohne je bei einem französischen Klub gespielt zu haben. Aufgewachsen in England durchlief er die Jugendakademien von Chelsea, Arsenal und Manchester City, doch keiner dieser Vereine hielt ihn dauerhaft. Seine Karriere begann richtig Fahrt aufzunehmen, als er bei Reading in der Championship überzeugte, bevor er bei Crystal Palace und später beim FC Bayern an Bedeutung gewann.
Im Jahr 2023 versuchte Paris Saint-Germain, ihn zu verpflichten, doch Olise lehnte ab. Wäre das Angebot zwei Jahre später gekommen, hätte sich die Situation möglicherweise anders entwickelt.
Warum Michael Olise keinen Schuhsponsor hat
Eine weitere Besonderheit des oft missverstandenen Spielers ist das Fehlen eines offiziellen Schuhsponsors. Während die meisten Top-Profis lukrative Verträge mit großen Marken abschließen, bleibt Olise im zunehmend kommerzialisierten Fußball unabhängig. Er trägt meist Nike-Schuhe, ohne jedoch einen formellen Vertrag mit dem US-Konzern zu besitzen. Dieses zurückhaltende und ungewöhnliche Profil ist für einen Spieler auf höchstem Niveau selten.
„Wenn ich jemanden gut kenne, bin ich offen und rede über alles und nichts. Was würde ich über mich sagen? Ich bin sehr fokussiert, aber entspannt und genieße, was ich tue – im Alltag und auf dem Platz“, sagte er gegenüber L’Équipe und fügte hinzu, dass er vielen Menschen grundsätzlich misstraut und deshalb Drittvereinbarungen meidet, auch wenn sie finanziell attraktiv wären. Sein wachsender Ruhm habe daran nichts geändert.
Eine ganz andere Persönlichkeit hinter verschlossenen Türen
Öffentlich wirkt Olise oft zurückhaltend, doch seine Teamkollegen beschreiben ihn hinter den Kulissen ganz anders. „Es ist lustig, denn bei uns ist er nicht so verschlossen“, berichtete jüngst Jonathan Tah. „Von außen wirkt er anders, aber er ist sehr offen. Im Mannschaftsraum lachen wir viel mit ihm. Ich glaube, er mag es einfach nicht, vor Kameras zu stehen.“
Tah und Dayot Upamecano gaben ihm den Spitznamen „Akpo“, während Trainer Vincent Kompany seine technische Klasse mit der von Kevin De Bruyne verglich.
Seine Scheu vor Kameras steht oft im Kontrast zu seiner Brillanz auf dem Feld. Nach seiner Auszeichnung als Frankreichs Spieler des Jahres bei den UNFP Awards im Mai sprach Olise lieber Englisch als Französisch. Bei seiner ersten Pressekonferenz als französischer Nationalspieler waren seine Antworten auf Französisch kurz und zurückhaltend, was zeigt, dass er die Sprache noch nicht vollständig beherrscht.
Dennoch erklärte Olise, dass er als Kind regelmäßig mit seiner Mutter nach Frankreich reiste und so nach und nach Französisch lernte. Fußball bleibt jedoch eine universelle Sprache. In dieser Saison lieferte der Bayern-Flügelspieler mit 53 Torbeteiligungen in allen Wettbewerben – 22 Tore und 31 Vorlagen – eine herausragende Leistung ab, auch wenn er seinen Traum vom Champions-League-Titel verpasste, nachdem PSG Bayern im Halbfinale ausschaltete.
Olise könnte in den kommenden Tagen zu einem der größten Namen im Weltfußball aufsteigen. Die französisch-britische Hoffnung gilt als Wunschtransfer von Florentino Pérez, der ein Angebot um 171 Millionen Dollar plant. Zuvor reist er in die USA, um Frankreich bei der WM als Stürmer anzuführen. Sein kometenhafter Aufstieg erklärt, warum halb Europa – darunter auch Real Madrid – hinter ihm her ist.